„Es war ein Mann im Land Uz, der hiess Hiob; der war ein untadeliger und rechtschaffener Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied.“ (Hiob Kapitel 1 Vers 1). Dies wird uns ganz zu Beginn des ‚Buches Hiob‘ berichtet, einem Weisheitsbuch im Kanon des ‚Alten Testaments‘.
Nur wenige Verse später (Verse 6-12) erfahren wir, dass Hiob vor Gott von einem ‚Sohn Gottes‘ angeklagt wurde. Der Name des Anklägers war ‚Satan‘. Natürlich kennt Gott den Hiob und lobt ihn vor Satan. Doch weil dieser nur Lüge und Böses im Sinn hat, versucht er, Hiob vor Gott schlecht zu machen. Darauf reagiert Gott in einer Weise, die kein Mensch wirklich endgültig verstehen kann. Nämlich, „Da sprach der HERR zum Satan: „Siehe, alles, was er hat, soll in deiner Hand sein; nur nach ihm selbst strecke deine Hand nicht aus!“ Und der Satan ging vom Angesicht des HERRN hinweg.“ (Hiob Kapitel 1 Vers 12). Warum gibt nun der Herr dem Satan Macht über Hiob? Ich will versuchen, die Frage zu beantworten.
In der Folge fügt der Satan dem Hiob unendliches Leid zu. Das hätte er nicht tun müssen. Gott gab Hiob in seine Hand, sagte diesem aber nicht, er müsse Hiobs Eigentum zerstören oder gar seine Kinder töten. Satan aber konnte nicht anders, als seinem Wesen nach zu handeln. Er wollte die Ungerechtigkeit von Hiob vor Gott, dem Herrn, beweisen. Hiob verliert nun in kürzester Zeit seinen ganzen Besitz und alle seine zehn Kinder, sieben Söhne und drei Töchter.
Viele kennen den Begriff der Hiobs-Botschaft als Synonym für eine sehr schlimme Nachrichten. Weil das Verderben des Besitzes von Hiob und das Töten seiner Kinder dem Satan nicht genügte, klagte er noch einmal gegen Hiob (Hiob Kapitel 2 Vers 4). Und so durfte dieser sogar Hiobs Gesundheit angreifen. Einzig sein Leben darf er ihm nicht nehmen.
Drei seiner Freunde besuchen Hiob nun, als sie von seinem furchtbaren Leid erfuhren. Bis Kapitel 19 und auch darüber hinaus versuchen diese Freunde und Hiob den Grund dieses Leidens zu verstehen. Immer mehr wird Hiob zu Unrecht beschuldigt. Immer mehr verteidigt Hiob seine Rechtschaffenheit, obwohl ihm bewusst ist, dass kein Mensch vor Gott bestehen kann, „denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,“ (Römerbrief Kapitel 3 Vers 23).
In Vers 25-29 bekennt Hiob seinen Glauben als einen endgültigen Triumph des Glaubens. „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben.“ (Hiob Kapitel 19 Vers 25)
Hiob wusste schon damals, dass sein Leben auf der Erde nicht ewig sein konnte, dass es enden wird, so wie es uns später in Hebräerbrief Kapitel 9 Vers 27 berichtet wird. „Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, …“ (Hebräerbrief Kapitel 9 Vers 27). Darum befolgte er die Gebote Gottes genau. Und trotzdem soviel Leid? Wie können wir diese Frage nach dem Leid beantworten?
Zum einen will ich von Herzen glauben, dass Gott Seine ganze Schöpfung liebt. Er allein will für diese Schöpfung die Ehre, Lob und Anbetung haben. Zu Recht! Als Gott dem Mose die ‚Zehn Gebote‘ übergab, schrieb Er das zweite Gebot, „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2. Buch Mose Kapitel 20 Vers 3), erklärte es sehr ausführlich und begründete Sein Gebot mit, „Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,“ (2. Buch Mose Kapitel 20 Vers 5). Gott ist die einzige bekannte Person, auf welche das Sprichwort: „Eifersucht ist eine Eigenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft!“ nicht zutrifft. Er hat tatsächlich alle Ehre allein verdient und teilt diesen Verdienst mit niemandem.
Darum bin ich mir sicher, dass Gott zwar die Absichten Satans im Grunde kannte, Er ihn aber doch als seinen Sohn liebte und Hiobs Glauben gegen die Bosheit Satans stellte, um diesen einerseits noch von seinem bösen Plan, die ganze Schöpfung zu vernichten, sollte sie ihn nicht als Gott anbeten, abzubringen oder andererseits, Satan völlig zu Recht anklagen und verurteilen zu können. Jedoch nennt uns Jesus im Johannes-Evangelium einen anderen, sicher viel treffenderen Grund für Leiden. Als Er nämlich auf Seinem Weg einen blind geborenen Mann trifft, fragten Ihn Seine Jünger, wer gesündigt hat, so dass dieser blind geboren wurde. „Jesus antwortete: „Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern; sondern an ihm sollten die Werke Gottes offenbar werden!“ (Johannesevangelium Kapitel 9 Vers 3). Daraufhin heilte Jesus diesen Mann von seiner Blindheit und bewies damit Seine Vollmacht als Gott.
Wir erfahren am Ende des ‚Buches Hiob‘, (Hiob Kapitel 42 Verse 10-17), dass Gott allen Verlust Hiobs verdoppelte. Durch die Heiligung seiner Kinder, bevor der Satan sie tötete, wusste Hiob, dass er diese im Himmel wiedersehen würde. Darum war die Zahl seiner Kinder nach dieser schweren Prüfung dieselbe, wie zuvor, nämlich sieben Söhne und drei Töchter.
Gott ist in der Lage, jedes Leid zu lindern, jede Krankheit zu heilen. In einem Andachtsbuch las ich heute folgendes: ‚Gott ist in den Augenblicken der Dunkelheit bei uns, weil Er uns nie verlassen wird. Was uns dunkel erscheint, ist für Ihn nicht dunkel. Was uns rätselhaft vorkommt, ist für Ihn kein Rätsel. Was für uns geheimnisvoll ist, ist für Ihn kein Geheimnis. Was uns überrascht, ist für Ihn keine Überraschung. Er versteht alles, auch das, was uns aufs Höchste verwirrt. Es ist nicht nur so, dass das Geheimnisvolle in unserem Leben für Ihn nicht geheimnisvoll ist; vielmehr trägt Er die volle Verantwortung für das, was Dir und mir geheimnisvoll erscheint; Er hat es so gefügt.‘ („Jeden Morgen neue Gnade“, von Paul David Tripp, 4. Januar).
Darum sollten wir jederzeit dankbar sein, wenn es uns gut geht. Vielmehr sollten wir aber auch dem Herrn die Ehre mit den Worten Hiobs geben, wenn es uns schlecht geht: „…: „Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen; nackt werde ich wieder dahingehen. Der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ (Hiob Kapitel 1 Vers 21).
Ein paar tausend Jahre später wurde Jesus als Sohn Gottes geboren und starb den Sühne-Tod am Kreuz zur Vergebung der Sünden aller, die ihren Widerstand gegen Gottes Erlösungsangebot aufgegeben hatten und an Seinen Namen und Sein Blut glaubten. Darum spricht Jesus bis heute zu uns allen: „Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe.“ (Johannesevangelium Kapitel 15, Vers 12). Und mit grosser Freude konnte der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief Kapitel 13 Vers 13 sagen: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die grösste aber von diesen ist die Liebe.“ (1. Korintherbrief Kapitel 13 Vers 13).
Ehre sei Gott allen. Amen.